Ein Projekt mit Jugendlichen in Oranienburg bei Berlin zur beruflichen Integration

Mit dem Projekt "Startbahn" in Oranienburg (Brandenburg) unterstützen wir Jugendliche  dabei, sich auf eine Ausbildung und ihren Einstieg in einen Beruf vorzubereiten.

Mit dem Projekt "Startbahn" fördert die DUT Jugendliche im Landkreis Oberhavel.

Im Mai 2015 haben wir in Oranienburg bei Berlin das Projekt "Startbahn" für benachteiligte Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren begonnen. Im Zeitraum von einem Jahr arbeiten wir mit den Jugendlichen daran, sich in ihrer persönlichen Lebenssituation zu stabilisieren, sie auf eine Ausbildung vorzubereiten oder in ein Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Durch persönliche und individuelle Begleitung sollen die Kompetenzen der Jugendlichen gestärkt, Vermittlungshemmnisse abgebaut und somit der Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt gefördert werden. 
Hauptsächlich geht es in der Maßnahme darum, schulische Defizite zu beheben und die Motivation der Jugendlichen zu stärken, die oft durch jahrelange Misserfolge im Lernen und schwierige soziale Verhältnisse belastet sind. Hierfür erhalten die Teilnehmer/-innen nicht nur theoretisches Wissen, sondern nehmen an einem betrieblichen Praktikum, an Bewerbungstraining und Projekten zu Gesundheit, Ernährung und Bewegung teil. 
Die Maßnahme wird durch den Landkreis Oberhavel gefördert.

Projekt-Journal: Dokumentation durch die Teilnehmer/-innen

Erfahrungsberichte und Beiträge aus der Projektarbeit

Im Folgenden veröffentlichen wir Erfahrungsberichte und Beiträge aus dem Projekt "Startbahn", die von den beteiligten Jugendlichen verfasst wurden. Dieses Projekt-Journal dient nicht nur als Dokumentation, sondern ist zugleich auch Teil der Projektarbeit selbst. Die Themen und Textinhalte sowie alles Bildmaterial wurden im Projekt entwickelt. Wir danken allen Beteiligten und den abgebildeten Personen für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

Zu Besuch bei der YOU Berlin

03.07.2015: Wir besuchen die YOU Berlin - die Leitmesse für Jugendkultur auf dem Messegelände Berlin

Am 3. Juli unternahmen wir gemeinsam in der Gruppe und in Begleitung unserer Pädagogen eine Exkursion zum YOU-Schülertag auf dem Messegelände Berlin. Ein aufregender Tag! Es wimmelte von Schülerklassen, die alle aufgeregt vor dem großen Eingangsbereich der Messehallen warteten, um Einlass zu finden. Das bunte Angebot von Sport, Spiel und Information versprach einiges, das es für uns zu erkunden und entdecken gab.

In der Karrierehalle YOUr jobaktiv kamen viele unterschiedliche Unternehmen zusammen, die ihre Angebote präsentierten: Ausbildungsstellen, Berufsbilder und auch Freizeit- und Ausflugsangebote waren hier zu finden. Es drehte sich alles um die Themen Berufs- und Zukunftsorientierung und nachhaltige Bildungsangebote.

Für die Mutigen unter uns fanden sich jede Menge sportliche Aktivitäten, die wir ausprobieren durften: Basketball, Fußball, Go Cart Fahren, Bogenschießen, Softball, Streetdance etc. Im riesigen Sommergarten wurde ein gigantischer Pool aufgebaut, in dem Wakeboarder ihr Können zeigten. Bei ihren Kunststücken bekam so mancher noch eine frische Abkühlung am Beckenrand. Vor dem Pool wurde eine Bühne aufgebaut, auf der die Jugendlichen ihr Talent zeigen konnten, z.B. Singen, Rappen oder Tanzen. Die Mädchen konnten sich schminken und frisieren lassen und dabei jede Menge Tipps mit nach Hause nehmen. Für alle Spielefreaks waren in einem offenen Lkw Playstation-Spiele aufgebaut worden – wer klassische Spiele lieber mag, konnte auch Tischfußball spielen. Zur Erfrischung wurden kostenlose Energydrinks verteilt.

Alles in allem war es für uns ein gelungener Tag, der reichlich Abwechslung bot und viel Spaß gemacht hat – unser Tag endete nachmittags bei 30° C und einer Abkühlung im Springbrunnen (siehe unteres Foto). stm

Schnappschuss-Jagd am See

09.07.2015: Wir nutzen den Ausflug zum See, um Bildmaterial für unseren EDV-Unterricht zu sammeln.

Ab und an brauchen auch wir mal eine Auszeit vom Lernen - und wo lässt es sich in diesem Sommer besser aushalten als am See?! Zusammen sind wir mit unserem EDV-Dozenten Herrn Biecker nach Borgsdorf (Landkreis Oberhavel) an den See gefahren und haben das schöne Wetter und die Schönheit der Natur genossen. Es war sehr entspannt ohne die vielen Straßen und den Verkehrslärm. Am See haben wir die Zeit genutzt, um einige Schnappschüsse zu machen, die wir später im EDV-Unterricht mithilfe unseres Dozenten bearbeiten konnten. Hier waren unsere Lernthemen das Freistellen von Objekten und das Arbeiten mit Ebenen. Unser (leicht bearbeiteter) Schnappschuss hat sich doch gelohnt, oder?!  lb

Trinkwasser für Berlin: Ortsbegehung im Wasserwerk Friedrichshagen

21.07.2015: Sauberes Wasser für jeden
Das Wasserwerk Friedrichshagen bildet zusammen mit den Zwischenpumpwerken Lichtenberg und Lindenberg eine funktionelle Einheit und steuert den südöstlichen Teil Berlins. So wird die Versorgung der Berliner mit frischem Trinkwasser sichergestellt. Und das haben wir uns mal genauer angesehen – bei unserer Betriebsbesichtigung auf dem Gelände des Wasserwerks Friedrichshagen. Das Wasserwerk fördert Grundwasser, das Schritt für Schritt zu Trinkwasser aufbereitet wird.

Mit uns nahmen noch weitere Interessierte an der Besichtigung teil. Unter ausführlichen Erläuterungen sahen wir uns das Betriebsgelände an, erkundeten die alten Katakomben, in denen früher das Wasser gespeichert und gefiltert wurde, und durften auch das frische Trinkwasser selbst probieren. Zudem wurden uns einige Berufe vorgestellt, die in und um die Berliner Wasserbetriebe erlernt und praktiziert werden… interessant für diejenigen unter uns, die noch auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz sind.

Unsere Führung dauerte etwa 2 Stunden, wobei wir immer wieder Fragen stellen durften und uns Frau Hildebrandt von den Berliner Wasserbetrieben viele Informationen ausführlich erklärte. Wir bekamen ein Bild davon, wie aufwendig die Aufbereitung von sauberem Trinkwasser ist, dass uns jeden Tag wie selbstverständlich zur Verfügung steht, wenn wir den Wasserhahn betätigen oder uns duschen.  stm

Raus aus dem Klassenzimmer: Lernen unterwegs

27.07.2015 Im Tier- und Freizeitpark Germendorf gibt es Erdgeschichte zum Anfassen.

Bei unserem Ausflug in den Tier- und Freizeitpark Germendorf (OHV) lernten wir eine bunte Mischung kennen aus Freizeitpark mit Karussells und Auto-Scooter, einem Urzeitpark mit Nachbauten von Dinosauriern, einem Rundlauf-Parcours mit vielen einheimischen Tieren und einem Badesee. Das besondere Highlight unseres Besuchs war das Freigehege mit Rehen und Hirschen, die man dort füttern und streicheln darf. Im Dinosaurierpark werden verschiedene Dinosaurier ausgestellt und näher erläutert. Als lebensgroße Figuren stehen sie überall auf dem Gelände und man kann schon von weitem ein tiefes Grollen und Schreien von ihnen hören. Besonders witzig war der Urhai, der direkt im Wasser installiert ist und der sehr echt aussieht. Neben diesem riesigen Ungetüm tauchte ganz plötzlich eine Bisamratte aus dem Wasser auf – das war eine niedliche Überraschung! Eine weitere Attraktion ist der 25 m hohe Vulkan in der Mitte des Dinosaurierparks, den die Besucher erklimmen und entfachen können. Dann spuckt er Rauch, den man über das gesamte Gelände sehen kann. 
Wir nutzten diesen Tag, um uns in der Gruppe besser kennenzulernen und auch mal außerhalb unserer Unterrichtsräume sinnvoll und aktiv zu lernen. Es gab viel für uns anzusehen und Neues dazuzulernen. Besonders informativ und faszinierend war der paläontologische Schaugarten, in dem die Erdgeschichte von den Sauriern bis zu den Neandertalern dargestellt wird. Am Ende unseres Besuchs ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, noch einen Sprung in die kühlen Fluten des Badesees zu wagen.  ml

Kreative Freizeitgestaltung: Unser Erlebnisausflug ins Parkcafé

03.08.2015: Minigolf mal anders – als Indoor-Event in Schwarzlicht-Atmosphäre

Unser Ausflug zum Schwarzlicht-Minigolf führte uns in den Görlitzer Park nach Berlin-Kreuzberg. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wurde die Zugfahrt bei heißen Temperaturen für uns zu einem aufregenden Erlebnis. Alle freuten sich auf den gemeinsamen Tag und hatten Spaß zusammen - schon bei der Anreise.

Wir spielten Minigolf, mal nicht auf grünem Rasen unter freiem Himmel, sondern als Indoor-Event in den Räumlichkeiten des Parkcafés im Görli. In fünf verschiedenen Räumen spielten wir im Dunkeln auf 18 Bahnen mit Schwarzlicht-Beleuchtung. Dazu wurden wir in vier Gruppen á vier Spieler eingeteilt. Jeder Spieler bekam entsprechend seiner Gruppe ein farbiges Leuchtband, sodass wir uns im Dunkeln auch jederzeit wiederfinden konnten. Eine Punktetafel half uns, die Spielstände zu notieren und später den jeweiligen Gruppensieger zu küren. Anfangs war es gar nicht so einfach, den kleinen Ball so zu spielen, dass er auf der Bahn blieb und das Ziel fand. Aber mit der Zeit und ein bisschen Übung und Selbstvertrauen klappte das Spielen immer besser.

Was sollen wir sagen – am Ende hatten wir einfach viel Spaß zusammen. So einen Ausflug unternehmen wir gerne wieder!  stm

Bei Müsli und Tee Gemeinsamkeiten entdecken

Am 23.09.2015 haben wir den Frühstücktisch für Flüchtlinge gedeckt.

Integration ist nicht einfach, sogar wenn man direkt Tür an Tür lernt. So hatten unsere Teilnehmer/-innen bisher nur wenig Kontakt zu den etwa gleichaltrigen Jugendlichen eines Integrationslehrgangs für Flüchtlinge, die ebenfalls am Standort Oranienburg lernen.

Für ein gegenseitiges Kennenlernen luden unsere Jugendlichen die 15 Teilnehmer/-innen des benachbarten Lehrgangs zu einem Frühstücksbuffet ein. In Vorfreude auf das Beisammensein war vieles zu beachten und vorab zu recherchieren. So galt es für unsere Jugendlichen z.B. herauszufinden, welche Lebensmittel bei so einem Anlass serviert werden dürfen und welche aufgrund der verschiedenen Religionen besser nicht auf den Tisch kommen.

Die spontane Einladung zum Frühstücksbuffet ist gelungen: Mit Käse, Obst, Fisch, Gemüse, Müsli sowie frischem Kaffee und Tee war das Buffet reichlich gedeckt und alle konnten nach Herzenslust zugreifen. Schnell waren erste Kontakte am Frühstückstisch geknüpft und Gespräche kamen in Gang.

Unsere Vermutung, dass es viel gemeinsames Potenzial in den beiden Gruppen gibt, hat sich bestätigt: Unsere Jugendlichen verfolgen dieselben Ziele und Ideale wie die geladenen Gäste. Alle wollen etwas aus ihrem Leben machen, sich weiterentwickeln und beruflich Fuß fassen.

Bei diesem besonderen Frühstück mit "Integrationseffekt" war übrigens auch die regionale Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) zu Gast und hat berichtet. Hier geht’s zum Zeitungsartikel. stm

Die Geister, die wir riefen… Halloween-Auftakt in der „Startbahn“

21.10.2015. Wenn Grabsteinsandwiches, Wurstmumien und giftgrüne Ekelbowle auf dem Menüplan stehen, kann dies nur eines bedeuten: Es ist Halloween.

Vier Teilnehmer/-innen der "Startbahn" nahmen das Halloween-Fest zum Anlass, um in einem Kochbuch-Projekt den Grundstein für ihr eigenes Kochbuch zu legen. Aus langweiligen Büroordnern wurde zunächst durch Bekleben, Lasieren und Verzieren ein individuelles Kochbuch gebastelt. Als nächstes recherchierten die Jugendlichen im Internet nach Rezepten, die zum Thema Halloween passen und aus den benötigten Zutaten entstand eine lange Einkaufsliste.
Nachdem alles eingekauft war, ging es in die schuleigene Küche: Franzi, Lisa, Ricardo und Vanessa schnippelten, rührten, brieten und buken wie im dritten Lehrjahr der Kochausbildung und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen: Sogar die „Hexenbesen und -finger“ mit „Popeldip“ gerieten wunderbar.

Im Handumdrehen war der Tisch eingedeckt und wir konnten mit der Verkostung beginnen. Allen schmeckte es hervorragend und unser Projektleiter Herr Wolf, der zu diesem Anlass extra seine strenge Diät unterbrach, war voll des Lobes. Zu guter Letzt wurden die probierten Rezepte mit Hilfe des Computers neu gestaltet, ausgedruckt und in die Kochbücher eingeheftet. mp und cp

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